Lesung aus dem Roman von Marie Darrieussecq mit Anna Rieser
Einrichtung: Birgit Allesch
„Kann eine Frau schreiben, ohne dass die Integrität ihres Werkes verletzt wird durch Groll und Wut?“ (Virginia Woolf)

Was könnte ein Grund dafür sein, sich langsam, aber merklich in eine Sau zu verwandeln? Marie Darrieussecqs Roman „Schweinerei“ folgt der Geschichte einer namenlosen, jungen Frau, die in einer Parfümerie zu arbeiten beginnt. Ihr Aufgabenbereich geht jedoch schnell über das bloße Versprühen von Düften hinaus. Sie fängt an, besondere Dienstleistungen anzubieten, durch die ihre vorwiegend männlichen Kunden besser entspannen können und wodurch „der Duft besser einwirkt“. Ihr damit verbundener sozialer Abstieg scheint mit ihrer langsamen, tierischen Verwandlung Hand in Hand zu gehen …

Die 1996 erstmals erschienene bitterböse, zweideutige Satire aus der Sicht der heiteren, naiven Frau wurde sofort zu einem Bestseller. Nominiert für den Prix Goncourt, den bedeutendsten Literaturpreis Frankreichs, wurde der Roman aber nie – wie von Jean-Luc Godard geplant – verfilmt. Nun kommt der Stoff, flankiert von Texten von Virginia Woolf, im Rahmen einer Lesung mit Anna Rieser auf die Bühne der Roten Bar. Szenisch eingerichtet von Birgit Allesch, wirft der Abend die Frage auf, ob es Schriftstellerinnen möglich ist, frei zu schreiben. Also aus einer Position, aus der Byron, Shakespeare und Co. aufgrund ihres Geschlechts immer schon schreiben konnten.

Ausstattung und Kostüm: Laura Schröder
Mitarbeit Textfassung: Arthur Kronelyuk
Licht und Technik: Johanna Schlömicher

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