ÖL!

Textfassung von Anne-Kathrin Schulz und Sascha Hawemann
„Sascha Hawemanns Inszenierung führt eindrucksvoll vom einstigen Ölfieber in die Klimakatastrophe. Das ausgezeichnete Volkstheater-Ensemble zeigt sich wieder einmal von seiner besten Seite.“ (APA)

Seit über einem Jahrhundert steht Erdöl im Mittelpunkt des menschlichen Lebens. Die zähe Flüssigkeit, entstanden aus über Jahrmillionen zusammengepresstem Plankton-Sediment-Gemisch, wird seit ihrer Entdeckung unermüdlich dem Planeten abgepresst. Kein Wunder: Erdöl hat eine große Energiedichte, treibt die Industrie an, die Weltwirtschaft – und damit auch die Politik. Öl lässt sich zu Medikamenten verarbeiten, zu Düngern, zu Plastik. Für die Förderung von Öl werden Menschen, Landschaften und das Klima ruiniert. Öl lässt uns die Freiheit der Geschwindigkeit erleben. Um Öl werden Kriege geführt. Öl ist der Schmierstoff der Moderne – ein Stoff voller Geschichte und voller Geschichten.

Die USA am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Wirtschaft floriert, die weiten Straßen spiegeln sich im Glanz der Sonne, und euphorisch telegraphiert man durchs ganze Land vom bisher größten Erdölfund in Kalifornien. Bohrtürme sprießen aus dem Boden, die Grundstückpreise explodieren, Firmen werden gegründet. Hunderte Arbeiter sollen unter Einsatz ihres Lebens die sprudelnde, klebrig-schwarze Ölflut Südkaliforniens unter Kontrolle bekommen.
Gemeinsam mit seinem Sohn begibt sich ein Geschäftsmann nach Südkalifornien und ist zur rechten Zeit am rechten Ort. Er verhandelt mit Ranchbesitzern, kauft zum Spottpreis deren Ländereien auf und erschließt deren Ölfelder. Die erste Probebohrung geht schief, die zweite findet direkt Ölsand, auch gelegentliche Bohrturm-Explosionen gehören zum Geschäft. Er fördert wie besessen und verkauft noch besessener, und mausert sich so einem der ersten Öl-Tycoons der Geschichte, dessen Imperium bis ins Hollywood der Stummfilm-Ära reicht. Stets mit dabei: sein Sohn, dem diese Welt immer mehr zum Rätsel wird.
Denn dieser Sohn ist anders. Er lernt auf einer Ranch drei Schwestern kennen. Sie erzählen von ihrem Leben in Armut und Elend, erzählen über die brutale Mechanik des Fortschritts. Der Sohn lernt sie näher kennen und gerät so allmählich zwischen die Kampflinien. Das Jahrhundert des Erdöls hat begonnen – wofür wirst du dich entscheiden, wenn die Erde Feuer fängt?

Sascha Hawemanns Inszenierung ÖL! erzählt eine fesselnde Geschichte direkt aus dem Öl-Boom von damals über Kapitalismus und Religion, über Fortschritt und Ausbeutung, über Idealismus und Sachzwänge. Und gleichzeitig blickt ÖL! auf die weltumspannende und verflochtene Geschichte jener Substanz, die wie keine andere die Wirklichkeiten dieses Planeten durchdringt und beeinflusst - auf ein Jahrhundert voller Geschichten aus Rausch und Raubtierkapitalismus, Glücksgefühlen und Gier, Verzauberung und Versuchung. Von Südkalifornien aus weitet sich der Blick auf Saudi-Arabien, Österreich, Indien, Norwegen, Jugoslawien, Hollywood… und in Europa bricht ein Krieg aus.

Mit freundlicher Unterstützung der WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG

Wir danken Lucki Stipetić und Werner Herzog Filmproduktion für die freundliche Bereitstellung der Filmsequenz aus „Lektionen in Finsternis“.

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Pressestimmen
„Sascha Hawemanns Inszenierung führt eindrucksvoll vom einstigen Ölfieber in die Klimakatastrophe. Das ausgezeichnete Volkstheater-Ensemble zeigt sich wieder einmal von seiner besten Seite. Die acht eingesetzten Schauspieler haben viele Rollen zu bewältigen und glänzen auch an Instrumenten. Die beiden Nestroy-Preisträger Elias Eilinghoff und Samouil Stoyanov erweisen sich erneut preiswürdig.“ (Wolfgang Huber-Lang, APA)

„Großartige[s] Ensemble. (…) Die acht Schauspieler und Schauspielerinnen deklamieren, performen, liefern Slapstick und choreografierte Einlagen, spielen unter der musikalischen Leitung von Xell im Orchestergraben diverse Instrumente und schaffen so den rockigen Soundtrack zum Weltuntergangsspektakel, das mit einem Heavy-Metal-Klanggewitter endet.“ (Karin Waldner-Petutschnig, Kleine Zeitung)


„Es ist ein weiter, verschlungener Weg vom kalifornischen Ölmagnaten (Andreas Beck) und seinen rasch wachsenden Bohrtürmen anno 1912 bis herauf in die Gegenwart zur Aktivistin (Lavinia Nowak), die die Verantwortlichen global agierender Erdölkonzerne namentlich zur Rechenschaft zieht. Im Volkstheater Wien treibt Regisseur Sascha Hawemann die Szenenwechsel im Stück Öl! kräftig voran. Insbesondere drückt die Musik aufs Tempo – und das meint hier ein auch von Schauspielern respektabel bedientes Livemusikset im Orchestergraben, geleitet von Xell. (...) Die Inszenierung von Sascha Hawemann verlängert das Dilemma vom ersten Ölförderboom der vorletzten Jahrhundertwende über mehrere signifikante Stationen herauf bis ins Heute. Nicht eine Chronologie steht dabei im Zentrum, sondern die kriegswirtschaftlichen und geopolitischen Aspekte petrochemischer Industrie und ihre Schauplätze. (...) Viel Botschaft, wenig Theater? Keineswegs. (…) Hawemann reichert die unerbittliche Anklage mit Slapstick, Karikaturen und Groteskem an.“ (Margarete Affenzeller, der Standard)

„Tiefenbohrung am Volkstheater: Öl! als lustvolles Farewell auf das fossile Zeitalter. (…) Am Wiener Volkstheater, das unter seinem Intendanten Kay Voges (und mithilfe eines fabelhaften Ensembles!) konsequent einen eigenen Weg durchs Wiener Theaterdickicht schlägt, führt der Regisseur Sascha Hawemann gemeinsam mit der Autorin Anne-Kathrin Schulz die Rahmenhandlung zusammen mit Auswirkungen, Ereignissen und Schauplätzen des fossilen Energiestoff-Treibens. [Das Ensemble] als freudvoll agierende Schar, die Hawemanns Konzeption zu einem anregenden Theaterabend formt.“ (Bernadette Lietzow, Tiroler Tageszeitung)
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 Premiere 
Fr
27.01.2023
19:30
2 Std.
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bis EUR 58,–
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Do
02.02.2023
19:30
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Fr
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So
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Sa
11.03.2023
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Tickets ab 06.02.2023
So
19.03.2023
19:30
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Tickets ab 06.02.2023
Mi
29.03.2023
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35 Min.
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EUR 15,–
bis EUR 52,–
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