DIE WAND // WANDBEFALL

von Elfriede Jelinek mit einer Fortsetzung von Olivia Axel Scheucher
Jelinek lässt in DER TOD UND DAS MÄDCHEN V - DIE WAND zwei Ikonen des weiblichen Schreibens – Ingeborg Bachmann und Sylvia Plath – in einem hypnotischen Sprachfluss an ihrer Selbstentfaltung scheitern. Bedeutungen treten über ihre Ufer, Rezeptionsschnipsel vermengen sich mit Biografie und westlicher Denkgeschichte. Olivia Axel Scheucher (FUGUE FOUR : RESPONSE) inszeniert das anklagende, humorvolle, anspielungsreiche Dramolett neu – und überführt den Abend in neue Räume von Macht und Ohnmacht.
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„Man rennt mit dem Kopf gegen die Wand. Man verschwindet. Aber man kann sich nicht einschreiben. Ich maße mir das trotzdem immer wieder an.“
(Elfriede Jelinek, 2004)

Wände, überall um uns herum. Aus vieren wird uns ein Haus, aus dreien eine Bühne, aus einer eine Mauer. Hier das Diesseits, dort das Jenseits. Wände ziehen sich auch durch die weibliche Literaturproduktion der 1960er und 70er Jahre: In Marlen Haushofers DIE WAND trennt eine unsichtbare Mauer die einzig überlebende Frau von der eingefrorenen Außenwelt, in Ingeborg Bachmanns MALINA wird die Wand zur letzten Zuflucht der weiblichen Existenz, in Sylvia Plaths DIE GLASGLOCKE fungiert sie als übermächtiges Sinnbild der Depression.

2002 schreibt Elfriede Jelinek ihren Dramolett-Zyklus DER TOD UND DAS MÄDCHEN, auch als PRINZESSINNENDRAMEN bekannt, als bittere Bilanz über die Abwesenheit der Frau als bedeutungsstiftendem Subjekt in der westlichen Kultur. Nach Dornröschen, Schneewittchen und Jackie Kennedy treten im letzten Teil namens DIE WAND zwei Schriftstellerinnen auf: Inge(borg Bachmann) und Sylvia (Plath) – beides Ikonen des weiblichen Schreibens, beide durch ihre frühen und tragischen Tode posthum zu Legenden erklärt und zu Märtyrerinnen eines männlichen Kulturbetriebs.

Jelinek lässt Inge und Sylvia in einen mäandernden, mal ironischen und mal bitterernsten Sprachfluss verfallen, in dem Bedeutungen über ihre Ufer treten und sich Rezeptionsschnipsel mit biografischen Überresten und westlicher Denkgeschichte verflechten. Durch dieses Stimmengewirr hindurch wird die Frage nach der weiblichen Einschreibung in die Bedeutungssysteme von Gesellschaft und Literatur unüberhörbar.

Zwanzig Jahre nach Erscheinen inszeniert Olivia Axel Scheucher (FUGUE FOUR: RESPONSE) Jelineks anklagendes, humorvolles, anspielungsreiches Dramolett über die Unmöglichkeit weiblicher Subjektwerdung – und überführt den Abend in einem zweiten Teil in einen ‚Raum der Schwäche‘, in dem die Position der Ohnmacht neu befragt wird.

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