MEHR DIALOG

Unser Programm wird ab sofort um ein neues Diskussionsformat in der Roten Bar erweitert: In der Reihe MEHR DIALOG werden inhaltliche Schwerpunkte aus den Theateraufführungen aufgegriffen und vertieft – im offenen Austausch zwischen Künstler*innen und Expert*innen aus Wissenschaft, Aktivismus und beruflicher Praxis. Und natürlich dem Publikum.
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So
01.10.2023
18:00
MEHR DIALOG #1: SELBSTERMÄCHTIGUNG IM PATRIARCHAT

Unser Programm wird ab sofort um ein neues Diskussionsformat in der Roten Bar erweitert: In der Reihe MEHR DIALOG werden inhaltliche Schwerpunkte aus den Theateraufführungen aufgegriffen und vertieft – im offenen Austausch zwischen Künstler*innen und Expert*innen aus Wissenschaft, Aktivismus und beruflicher Praxis. Und natürlich dem Publikum.

Die erste Ausgabe SELBSTERMÄCHTIGUNG IM PATRIARCHAT nimmt zwei Aufführungen in den Fokus, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen zum Thema haben. In Suzie Millers mehrfach preisgekröntem Stück PRIMA FACIE (Wien-Premiere: 7. Oktober 2023) geht es um die Frage der Beweisbarkeit einer Vergewaltigung vor Gericht, in Markus Öhrns Version von Ingmar Bergmans SZENEN EINER EHE (Wiederaufnahme auf der großen Bühne: 4. Oktober 2023) steht häusliche Gewalt im Zentrum – und wie man sie auf der Bühne überhaupt darstellen kann.

Die Regisseur*innen der beiden Aufführungen Laura N. Junghanns und Markus Öhrn sprechen mit der Wiener Sozialarbeiterin Andrea Brem, Vorsitzende des Zusammenschlusses Österreichischer Frauenhäuser in Wien, Graz und St. Pölten. Moderiert wird der Abend von der renommierten Aktivistin und Publizistin Nunu Kaller. Der Eintritt ist frei (Zählkarten erhältlich über den Tickets-Link auf dieser Seite).


Teilnehmer*innen:

Andrea Brem ist eine österreichische Sozialarbeiterin. Seit 2001 leitet sie die Wiener Frauenhäuser. 2018 wurde sie mit dem Wiener Frauenpreis in der Kategorie Gewaltschutz und dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien ausgezeichnet.

Laura N. Junghanns studierte Regie an der Folkwang Universität der Künste. PRIMA FACIE ist ihre dritte Regiearbeit am Volkstheater. Zuletzt inszenierte sie die Uraufführungen DER TERMIN nach dem gleichnamigen Roman von Katharina Volckmer und DIE COUSINEN von Nava Ebrahimi. Von 2016 bis 2020 war sie Mitglied der Physical Theatre Company KimchiBrot Connection. Seit 2019 kuratierte und moderierte sie die Talk-Reihe BUTLER BUTCH BEYONCÉ in Dortmund und Kassel.

Markus Öhrn ist Regisseur, Performance- und Videokünstler. 2008 schloss er sein Studium an der schwedischen Kunsthochschule Konstfack in Stockholm mit einem Master in Fine Arts ab. Seine zahlreichen Theaterarbeiten wurden auf etlichen internationalen Bühnen und Festivals gezeigt. Für seine Arbeit 3 EPISODES OF LIVE gewann er 2019 den Nestroy-Preis. Er lebt und arbeitet in Niskanpää, einem kleinen Dorf in Nordschweden, und in Berlin. SZENEN EINER EHE ist seine erste Regiearbeit am Volkstheater.

Nunu Kaller ist eine österreichische Publizistin, Umweltaktivistin und Kommunikationsberaterin. 2013 erschien ihr erstes Buch mit dem Titel ICH KAUF NIX. 2018 folgte FUCK BEAUTY! über den Schönheitswahn bei Frauen. Im März 2021 erschien KAUF MICH! AUF DER SUCHE NACH DEM GUTEN KONSUM. Kaller lebt und arbeitet als Kommunikations- und Nachhaltigkeitsberaterin in Wien.
Eintritt frei, Zählkarten
Tickets
So
03.12.2023
20:00
MEHR DIALOG #2: QUEERES WIEN

Welche Räume für queere Menschen gab es in Wien vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs? Wie war die Situation im Nationalsozialismus? Welche unerzählten Geschichten gibt es zu entdecken? Welche Repressalien harren heute noch ihrer Aufarbeitung? Welche Visionen und Utopien lassen sich für die Gegenwart entwickeln? Und welche Rolle könnte das Theater dabei spielen?

Die zweite Ausgabe der neuen Reihe MEHR DIALOG trägt den Titel QUEERES WIEN – und nimmt zwei Aufführungen in den Fokus, die sich der Frage nach anderen Räumen, anderen Lebensweisen und anderen Hierarchien in Wien widmen. Raphaela Edelbauers Roman DIE INKOMMENSURABLEN (Uraufführung: 7. Dezember 2023 im Volkstheater, Longlist zum Deutschen Buchpreis) entführt das Publikum u. a. in den queeren Untergrund Wiens am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Olivia Axel Scheuchers Inszenierung von DIE WAND // WANDBEFALL (Premiere: 17. November 2023) nach Elfriede Jelinek widmet sich der Frage nach alternativen Herrschaftsverhältnissen jenseits dualistischer Gender-Konzeptionen, u. a. in der SM-Praxis. Als Special-Guest kommt der Journalist und Autor Jürgen Pettinger hinzu, dessen Publikationen FRANZ – SCHWUL UNTERM HAKENKREUZ und jüngst DOROTHEA – QUEERE HELDIN UNTERM HAKENKREUZ über die Volkstheater-Schauspielerin Dorothea Neff (1903-1986) viel Aufmerksamkeit erregt haben.

Moderiert wird der Abend von der renommierten Aktivistin und Publizistin Nunu Kaller. Der Eintritt ist frei (Zählkarten erhältlich über den Ticket-Link auf dieser Seite).


Teilnehmer*innen:

Raphaela Edelbauer ist eine österreichische Schriftstellerin. Zu ihren Publikationen gehören ENTDECKER. EINE POETIK (2017), DAS FLÜSSIGE LAND (2019), DAVE (2021), DER SUIZID DES OTTO WEININGER AUS DER EINZIG ANSTÄNDIGEN PERSPEKTIVE ERZÄHLT (2022) und DIE INKOMMENSURABLEN (2023). Ihre Texte werden derzeit zunehmend auch für das Theater entdeckt, u. a. führte das Burgtheater 2022 DAS FLÜSSIGE LAND auf. Raphaela Edelbauer lebt in Wien.

Jürgen Pettinger ist ein österreichischer Journalist, Moderator und Autor, u.a. für den ORF, wo er seit 2018 regelmäßig die Formate ZIBflash, ZIB18, ZIB20 und ZIB24 moderiert. Er ist Autor der Publikationen SIE SPRECHEN JA DEUTSCH! TRAUM UND WIRKLICHKEIT EINER ANATOLISCHEN ÖSTERREICHERIN (2020, mit Eser Akbaba), FRANZ – SCHWUL UNTERM HAKENKREUZ (2022) und zuletzt DOROTHEA – QUEERE HELDIN UNTERM HAKENKREUZ (2023).

Olivia Axel Scheucher ist Regisseur*in und Performer*in aus Wien. Deren Arbeiten beschäftigen sich aus einer queer-feministischen Perspektive mit dem Körper und unterschiedlichen Ausprägungen von Gewalt. Die mit Nick Romeo Reimann gemeinsam entwickelte Performance FUGUE FOUR : RESPONSE wurde zum Heidelberger Stückemarkt sowie zum ImPulsTanz-Festival 2023 eingeladen und wird am Volkstheater in einer Extended Version gezeigt. Außerdem inszeniert Olivia Axel Scheucher diese Spielzeit DIE WAND // WANDBEFALL (Premiere: 17. November 2023).

Nunu Kaller ist eine österreichische Publizistin, Umweltaktivistin, Kommunikations- und Nachhaltigkeisberaterin. 2013 erschien ihr erstes Buch mit dem Titel ICH KAUF NIX. 2018 folgte FUCK BEAUTY! über den Schönheitswahn bei Frauen. Im März 2021 erschien KAUF MICH! AUF DER SUCHE NACH DEM GUTEN KONSUM. Kaller lebt und arbeitet in Wien.
Eintritt frei, Zählkarten
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So
04.02.2024
20:00
MEHR DIALOG #3: POSTHUMANES THEATER

Künstliche Intelligenz, Deepfakes, Avatare – das Theater als Bastion des Humanismus muss großen technologischen wie gesellschaftlichen Umbrüchen ins Auge sehen. Wie erzählt man Geschichten, die jenseits das uns so vertrauten Menschlichen liegen? Und sind Theater inhaltlich sowie strukturell überhaupt für diese Aufgabe gewappnet?

In der dritten Ausgabe des neuen Gesprächsformats MEHR DIALOG stehen diesmal zwei Volkstheater-Aufführungen im Fokus, deren Inhalt und Erzählweisen über Fleisch und Blut hinausgehen. In Alexander Giesches Inszenierung von Olga Ravns Sci-Fi-Roman DIE ANGESTELLTEN (Premiere: 26. Jänner) reflektieren humanoide wie menschliche Besatzungsmitglieder auf einem Raumschiff über das Menschsein und den Widerhall zwischen Kunst und Technologie. In der Inszenierung CALLS OF DUTY: JEANNE D’ARC von Paul-Georg Dittrich (Premiere: 13. April in der Dunkelkammer) trifft eine post-digitale Videospiel-Ästhetik auf die Rezeptionsgeschichte der vielfältigen Gotteskriegerin Johanna von Orléans. Und als Special Guest diskutiert die Philosophin Lisz Hirn mithilfe ihres 2023 erschienenen Buchs DER ÜBERSCHÄTZTE MENSCH (Zsolnay), was überhaupt den Menschen noch ausmacht – und wie ChatGPT, Smartphone und KI das Menschenbild verändern.

Moderiert wird der Abend erneut von der renommierten Aktivistin und Publizistin Nunu Kaller. Der Eintritt ist frei (Zählkarten erhältlich über den Ticket-Link auf dieser Seite).


Teilnehmer*innen:

Paul-Georg Dittrich ist Regisseur für Oper und Theater. Er inszenierte u. a. an der Deutschen Oper Berlin, am Theater Bremen, Landestheater Linz, Staatstheater Darmstadt, Aalto Musiktheater Essen, Schauspiel Frankfurt, an der Oper Halle, der Staatsoper Hamburg und auf Kampnagel Hamburg, an der Oper Köln und der Staatsoper Stuttgart sowie am Schauspielhaus Wien. Am Volkstheater Wien war seine Inszenierung ICH BIN CARMEN UND DAS IST KEIN LIEBESLIED zu sehen.

Lisz Hirn studierte Philosophie und Gesang in Graz, Paris, Wien und Kathmandu. Sie arbeitet als Publizistin und Philosophin in der Jugend- und Erwachsenenbildung, u. a. am Universitätslehrgang „Philosophische Praxis“ der Universität Wien. Ihre Artikel erscheinen in diversen österreichischen Medien. Im Zolnay-Verlag erschien 2023 DER ÜBERSCHÄTZTE MENSCH. ANTHROPOLOGIE DER VERLETZLICHKEIT. Weitere Publikationen: WER BRAUCHT SUPERHELDEN (2020) und MACHT POLITIK BÖSE? (2022).

Matthias Seier ist seit 2020 Dramaturg am Volkstheater Wien und in der Funktion auch Dramaturg der Produktion DIE ANGESTELLTEN. Zuvor war er als Dramaturg am Schauspiel Dortmund tätig. Weitere Arbeiten als Dramaturg und Autor fanden u. a. am Schauspielhaus Hamburg sowie an der Volksbühne Berlin statt. Nebenher lehrt er an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Nunu Kaller ist eine österreichische Publizistin, Umweltaktivistin und Kommunikationsberaterin. 2013 erschien ihr erstes Buch mit dem Titel ICH KAUF NIX. 2018 folgte FUCK BEAUTY! über gefährliche weibliche Schönheitsideale. Im März 2021 erschien KAUF MICH! AUF DER SUCHE NACH DEM GUTEN KONSUM. Kaller lebt und arbeitet als Kommunikations- und Nachhaltigkeitsberaterin in Wien.
Eintritt frei, Zählkarten
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So
24.03.2024
20:00
MEHR DIALOG #4: KLASSIKER FÜR DIE GEGENWART

Es gibt viele Wege, Stücke und Stoffe des klassischen Theaterkanons auf die Bühne zu bringen. Oft wird behauptet, diese seien „zeitlos“ – und doch transportieren sich in ihnen auch Vorstellungen über die Welt, die „schlecht altern“, wie man sagt: überkommene Rollen- und Identitätsbilder, toxische Machtkonstellationen. Was tun? Nunu Kaller befragt die Autor*innen Julia Jost und Felix Krakau über ihre Arbeit: Wie überschreiben die beiden derzeit für das Volkstheater Shakespeare (ROM) und Euripides (ELEKTRA)?
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