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nach Ödön von Horváth und Johann Strauss
Der Fleischhauer Oskar liebt Marianne, die Tochter des Zauberkönigs, und will sie heiraten. Schon beim Verlobungsfest kommt es dann zum Eklat: Marianne verliebt sich Hals über Kopf in den Hallodri Alfred, bricht mit Oskar und ihrem alten Leben. Schnell zeigt sich, dass ihre Hoffnung auf eine neue, große und vor allem ganz andere Welt der Realität nicht standhalten wird. Auf die anfangs aufregende Verbindung folgt der soziale Abstieg. Und in der Luft ist ein Klingen und Singen wie von einer Walzermelodie …



„Ein Wiener Volksstück gegen das Wiener Volksstück“ nannte Erich Kästner das Werk seines Schriftstellerkollegen. Tatsächlich bricht Horváth radikal mit der Dramentradition und schreibt sie doch neu und fort. Das vorstädtische Idyll zeigt er als Fassade, hinter der sich Exzesse der Gemeinheit und Bösartigkeit abspielen, die Sprache als notdürftige Tarnung der eigenen Unsicherheit und Aussichtslosigkeit. Stets betonte er, es gehe ihm dabei nicht um die Demaskierung des Menschen, sondern die des Bewusstseins. Sein Ziel sei nicht Satire, sondern „die Welt [zu] schildern, wie sie halt leider ist“.

Hausregisseurin Rieke Süßkow, bekannt für radikale Arbeiten an der Schnittstelle von Schauspiel, Choreografie, Installation und rhythmischer Komposition, wurde für ihre Inszenierungen mehrfach ausgezeichnet (u. a. 2023 und 2024 Berliner Theatertreffen). Mit Ödön von Horváth erforscht sie Traditionslinien des Volkstheaters unter Bezugnahme auf Spielformen früher Volksstücke, zu denen Mittel der Verfremdung und Überhöhung zählen. Das hat unter anderem eine nicht realistische Besetzung der Figuren zur Folge. Sie macht zudem die in den Stücktext fest eingeschriebenen Walzermelodien zum zentralen Formprinzip eines Abends, der die unter dem „Klingen und Singen“ verborgene Gewalt als eine strukturell gegen Frauen* gerichtete erfahrbar macht – auch, weil sie hier bewusst nicht nur an Frauenkörpern verübt wird.

Auf der Bühne

Claudia Sabitzer

Der Hierlinger Ferdinand, Havlitschek, der Conférencier

Team

Musikalische Co-Leitung und Soundkoordination
Musiker:innen
Titus Merl
Hiroki Toda
Jingyang Wang
Korrepitition / Klavier
Man Qin Hui
Akihiro Sano
Komposition und Musikalische Leitung
Choreographie
Lichtdesign

Trailer

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Pressestimmen

„Eine mutige und überzeugend beklemmende Lesart des Volksstückklassikers.”
Martin Thomas Pesl, Deutschlandfunk
„Süßkow hat eine Art Operette gewagt, die sich zur Techno-Party im Dreivierteltakt steigert.”
Thomas Trenkler, Kurier
„In eindreiviertel Stunden hat das eng abgestimmt arbeitende Team diese bemerkenswerten ‚Geschichten aus dem Wiener Wald‘ im Kasten – eine beachtliche Formanstrengung, die auch das Wiener Publikum [...] überzeugt hat.”
Margarete Affenzeller, Der Standard
„Es ist das größte Faszinosum dieser Inszenierung, dass sie den Rhythmus so ernst nimmt. Die Musik überhaupt – ein feines kleines Orchester [beherrscht] nicht nur Straußisch, sondern auch herbere, schroffere Idiome –, aber ganz besonders den Rhythmus. Alle reden in ihm, singen in ihm, sogar die Uhren ticken in ihm, und wenn es einmal still ist, glaubt man zunächst, dass er im Hintergrund weiterläuft.”
Thomas Kramar, Die Presse
„Die komplette Gender-Umkehrung, die Süßkow vorgenommen hat, ist überraschend ergiebig: Gerade die Zartheit von Pulst und die Präsenz der ‚patenten‘ Trafikantin Valerie von Andrej Agranovski bilden einen reizvollen Kontrast zu Aleksandra Ćorović (Alfred), Katharina Kurschat (Zauberkönig) und Karoline Marie Reinke (Oskar). Ein Trio infernal, das keine massigen Körper benötigt, um den Terror des Patriarchats auszuspielen, ihr wehrloses Opfer in selbstgefälliger Egomanie zu traktieren und in der bösen Großmutter (Nick Romeo Reimann) eine verknöchert bornierte Helferin findet.”
Martin Gasser, Kleine Zeitung
„Der Walzerseligkeit in diesem Straussmania Jahr setzt die neue Hausregisseurin des Wiener Volkstheaters einen mutigen Kontrapunkt entgegen. [...] Ihre gelungene Inszenierung ist vollgepackt mit offenen und versteckten Brutalitäten, eingefasst in liebliche Walzerklänge. Eine komplexe Darbietung voller Überhöhungen und Zuspitzungen.”
Christine Ehardt, Die Furche

Termine

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 Premiere 
Freitag,
12.12.2025,
19:30 Uhr
1:45 h
EUR 17,- bis EUR 62,-
Tickets
Donnerstag,
18.12.2025,
19:30 Uhr
1:45 h
EUR 17,- bis EUR 56,-
Tickets
Dienstag,
23.12.2025,
19:30 Uhr
1:45 h
EUR 17,- bis EUR 56,-
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Freitag,
26.12.2025,
18:00 Uhr
1:45 h
Halbe Preise! EUR 8,50 bis EUR 28,-
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 Jetzt exklusiv im WIENER TRIO-ABO 
Mittwoch,
15.4.2026,
19:30 Uhr
EUR 17,- bis EUR 56,-
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Content Note

Diese Inszenierung thematisiert sexualisierte Gewalt, enthält explizite Gewalt- und Ekelgeräusche sowie Lichteffekte (keine Stroboskop-Effekte).