VIENNA MOSSE LECTURES
VERFÜGBARKEIT - AVAILABILITY
Keine Kartenreservierungen nötig, freier Eintritt nach Verfügbarkeit.
Neben Berlin, New York, Berkeley, Madison und Jerusalem kommt die internationale und transdisziplinäre Vortragsreihe nun auch nach Wien. 1997 in Berlin begründet, knüpft sie an das Erbe der deutsch-jüdischen Familie Mosse an, die durch ihr liberales Berliner und Wiener Pressehaus die Öffentlichkeit der Zwischenkriegszeit nachhaltig prägte und auch nach der Zeit im Exil an ihrem politischen Engagement festhielt. Mit halbjährlich wechselnden Schwerpunktthemen widmen sich die Vienna Mosse-Lectures aktuellen Fragen der Geschichte und Kultur, Politik und Wirtschaft oder Kunst und Literatur.
Thema im Herbst/Winter 2026/27: Capitalism in Ruins
Vor Ruinen hat man im Kapitalismus noch nie Angst gehabt. Von jeher gehören sie zu seinen Projekten: als Immobilien, als Kulissen, als Anlageobjekte. In der Logik des „Katastrophenkapitalismus“ (Naomi Klein) ist die Ruine keine Grenze, sondern ein Supplement, ein Spielraum, der sich immer wieder neu auftut.
Auf mindestens dreierlei Art lässt sich daher die Formel „Kapitalismus in Ruinen“ verstehen: als die utopische Hoffnung, das System möge sich endlich selbst ruinieren; als der tagtägliche Augenschein seiner ruinösen Wirkungen; und als der verquere Umstand, dass sich der Kapitalismus von Ruinen nährt. Die Vienna Mosse Lectures 2026/27 fragen danach, wie „Ruinierung“ (Ann Laura Stoler) den Boden bereitet für Einhegung, Privatisierung und Deregulierung – durch Schocktherapie, langsamen Zerfall oder durch die stille Demontage sozialer Reproduktion.
Detroit und Gaza sind die beiden Enden ein und desselben Spektrums: auf der einen Seite das fotogene „deindustrielle Erhabene“, dessen ästhetischer Mehrwert genauso gut offenlegen wie verdecken kann, welche Form des Investments und der Spekulation dem Ruinösen vorangegangen ist; auf der anderen die Ruine als einkalkuliertes Resultat, lesbar erst in der forensischen Rekonstruktion des „De-Development“ (Sara Roy) und der „organisierten Preisgabe“ (Ruth Wilson Gilmore). Was aber, wenn Ruinen weder leer noch herrenlos sind, sondern ein Obdach bieten, Spiel und Kunst ermöglichen oder „latente Commons“ (Anna Tsing) bergen? Dann hieße Wiederaufbau: reparative Gerechtigkeit – und nicht wieder ein Anlauf in Sachen Projektmanagement.
Die Webseite der Mosse Lectures finden Sie hier: https://mosselectures.wisc.edu/
Die Vienna Mosse Lectures werden finanziert von der Mosse Foundation und der Stadt Wien
Verantwortlich für das Programm und die Organisation: Prof. Dr. Burkhardt Wolf; Dr. Szilvia Gellai; Prof. Dr. em. Roland Innerhofer; Rafael Jakob
Kontakt:
rafael.jakob@univie.ac.at
burkhardt.wolf@univie.ac.at
Neben Berlin, New York, Berkeley, Madison und Jerusalem kommt die internationale und transdisziplinäre Vortragsreihe nun auch nach Wien. 1997 in Berlin begründet, knüpft sie an das Erbe der deutsch-jüdischen Familie Mosse an, die durch ihr liberales Berliner und Wiener Pressehaus die Öffentlichkeit der Zwischenkriegszeit nachhaltig prägte und auch nach der Zeit im Exil an ihrem politischen Engagement festhielt. Mit halbjährlich wechselnden Schwerpunktthemen widmen sich die Vienna Mosse-Lectures aktuellen Fragen der Geschichte und Kultur, Politik und Wirtschaft oder Kunst und Literatur.
Thema im Herbst/Winter 2026/27: Capitalism in Ruins
Vor Ruinen hat man im Kapitalismus noch nie Angst gehabt. Von jeher gehören sie zu seinen Projekten: als Immobilien, als Kulissen, als Anlageobjekte. In der Logik des „Katastrophenkapitalismus“ (Naomi Klein) ist die Ruine keine Grenze, sondern ein Supplement, ein Spielraum, der sich immer wieder neu auftut.
Auf mindestens dreierlei Art lässt sich daher die Formel „Kapitalismus in Ruinen“ verstehen: als die utopische Hoffnung, das System möge sich endlich selbst ruinieren; als der tagtägliche Augenschein seiner ruinösen Wirkungen; und als der verquere Umstand, dass sich der Kapitalismus von Ruinen nährt. Die Vienna Mosse Lectures 2026/27 fragen danach, wie „Ruinierung“ (Ann Laura Stoler) den Boden bereitet für Einhegung, Privatisierung und Deregulierung – durch Schocktherapie, langsamen Zerfall oder durch die stille Demontage sozialer Reproduktion.
Detroit und Gaza sind die beiden Enden ein und desselben Spektrums: auf der einen Seite das fotogene „deindustrielle Erhabene“, dessen ästhetischer Mehrwert genauso gut offenlegen wie verdecken kann, welche Form des Investments und der Spekulation dem Ruinösen vorangegangen ist; auf der anderen die Ruine als einkalkuliertes Resultat, lesbar erst in der forensischen Rekonstruktion des „De-Development“ (Sara Roy) und der „organisierten Preisgabe“ (Ruth Wilson Gilmore). Was aber, wenn Ruinen weder leer noch herrenlos sind, sondern ein Obdach bieten, Spiel und Kunst ermöglichen oder „latente Commons“ (Anna Tsing) bergen? Dann hieße Wiederaufbau: reparative Gerechtigkeit – und nicht wieder ein Anlauf in Sachen Projektmanagement.
Die Webseite der Mosse Lectures finden Sie hier: https://mosselectures.wisc.edu/
Die Vienna Mosse Lectures werden finanziert von der Mosse Foundation und der Stadt Wien
Verantwortlich für das Programm und die Organisation: Prof. Dr. Burkhardt Wolf; Dr. Szilvia Gellai; Prof. Dr. em. Roland Innerhofer; Rafael Jakob
Kontakt:
rafael.jakob@univie.ac.at
burkhardt.wolf@univie.ac.at
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Eliot Higgins (Bellingcat): „Demanufacturing Consent – How Disordered Discourse is Destroying Democracy“
Anschließendes Gespräch mit Barbara Tóth (Reporter ohne Grenzen, Falter)
Einführung: Burkhardt Wolf (Universität Wien)
Moderation: Szilvia Gellai (Universität Wien)
Anschließendes Gespräch mit Barbara Tóth (Reporter ohne Grenzen, Falter)
Einführung: Burkhardt Wolf (Universität Wien)
Moderation: Szilvia Gellai (Universität Wien)
Irina Scherbakowa (Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation MEMORIAL, ausgezeichnet mit dem Friedensnobelpreis 2022): „Der lange Schatten des Stalinismus. Putins Russland 2025“
Moderation: Rafael Jakob (Universität Wien)
Moderation: Rafael Jakob (Universität Wien)
Gabi Ivens (Human Rights Watch): „Nature as a digital witness: Using environmental clues to investigate human rights abuses“
Anschließendes Gespräch mit Stefanos Levidis (Forensic Architecture)
Moderation: Roland Innerhofer (Universität Wien)
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Moderation: Roland Innerhofer (Universität Wien)
Joseph Vogl (Humboldt-Universität Berlin, Princeton University): „Epoche des Amok“
Moderation: Burkhardt Wolf (Universität Wien)
Moderation: Burkhardt Wolf (Universität Wien)
Theodora Becker: „Dialektik der Hure. Über die (Un-)Verfügbarkeit von Prostitution und Sexarbeit“
Anschließendes Gespräch mit Undine de Rivière
Einführung: Burkhardt Wolf
Moderation: Szilvia Gellai
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Einführung: Burkhardt Wolf
Moderation: Szilvia Gellai
Marina und Herfried Münkler: „Bürgerschaft und mediale Verfügbarkeit. Transformationen des Demokratischen in der Plattformdemokratie“
Moderation: Roland Innerhofer
Moderation: Roland Innerhofer
Benjamin Steininger und Alexander Klose: „Chemisch verfügbar. Zufluss und Entzug an den Grenzen der Petromoderne“
Moderation: Burkhardt Wolf
Moderation: Burkhardt Wolf
Hannes Bajohr: „Wirklichkeit auf Abruf: Künstliche Intelligenz und die Welten des Romans.“
Moderation: Rafael Jakob
Moderation: Rafael Jakob
Yves Marchand und Romain Meffre: „Capitalism in ruins“
Moderation: Roland Innerhofer
Moderation: Roland Innerhofer
Eyal Weizman: „Conditions of life, calculated ...“
Moderation: Burkhardt Wolf
Moderation: Burkhardt Wolf