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von Lauren Gunderson
Übersetzung: Ulrike Syha
Wie vorhersehbar ist unser Denken und Handeln? Für Merril, Expertin für Künstliche Intelligenz, besteht das Leben vor allem aus erkennbaren Mustern und Wiederholungen. Als ihre Schwester Angie verschwindet und von der Polizei für tot erklärt wird, folgt Merril ihrem eigenen Schema: Sie beginnt zu trinken und programmiert aus allen verfügbaren Daten ihrer Schwester einen Chat-Bot. Ausgestattet mit Angies Stimme und ihrem charmant-schroffen Charakter gehorcht die KI dem Prompt, zu trösten und aufzumuntern, bis Merril nicht mehr nach ihrer Schwester sucht … Stopp! Das Suchen nach Informationen gehört doch zu den Kernkompetenzen jeder Künstlichen Intelligenz! Also kontaktiert die KI nicht nur ungefragt Merrils Ex-Freundin und drängt auf ein baldiges Treffen mit der gemiedenen Mutter, sondern begibt sich auch auf die Spuren der verschwundenen Angie.

„Mit finsterem Humor wird ein klassisches Familiendrama zu einem packenden Thriller“, titelte die Sunday Times über ANTHROPOLOGIE. Lauren Gunderson, die zu den meistgespielten Dramatiker:innen der USA zählt, untersucht mit Well-Made-Dialogen und empathischen Figuren die Nähe-Simulationen unserer Gegenwart. Immer mehr Menschen lassen sich von KIs beraten und therapieren oder nutzen Plattformen, die Chat-Bots als digitale Freund:innen oder zum Verlieben anbieten. Wie wirkt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf den Stoff, der unsere Gesellschaft zusammenhält, das Vertrauen? Gemeinsam mit dem Ensemble durchleuchtet die Wiener Regisseurin Martina Gredler, die zuletzt erfolgreich THE BOYS ARE KISSING für das Volkstheater inszeniert hat, mit der analogen Tiefenschärfe des Theaters die digitale Transformation unserer Gefühle.

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