©
Es gibt da ein Thema, das Arnolphe nicht loslässt. Stundenlang kann er über den Verfall der Sitten spotten. Für ihn ist die Stadt: ein Sündenpfuhl! Die Frauen in seiner Umgebung: verdorben! Die Männer: blind und betrogen. Um diesem Schicksal zu entgehen, hat er vor 13 Jahren das Bauernmädchen Agnès adoptiert, das er nun, nach Jahren auf der Klosterschule, auf sein Landgut bringen ließ, wo sie fernab der lasterhaften Stadt bald seine Frau werden soll.

Doch auch auf dem Land fliegen die Bienen zu den Blumen und die Menschheit ist noch nicht ausgestorben. Als Agnès von ihrem Turmfenster aus den jungen Horace entdeckt, bahnt sich die Liebe – obwohl die junge Frau noch nichts darüber weiß – von selbst ihren Weg.
1662 geschrieben, markiert DIE SCHULE DER FRAUEN den Durchbruch in Molières Werk zur großen Charakterkomödie. Hier tun sich abgründige Machtansprüche auf, die von Wortwitzen und verwechslungskomödiantischen Winkelzügen als menschliche Schwächen enttarnt werden. Zugleich kann DIE SCHULE DER FRAUEN als protofeministischer Text gelesen werden – den die deutsche Autorin Sabrina Zwach in funkelnd humorvolle Verse übersetzt hat. Das Regie-Duo Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer inszenierte zuletzt am Landestheater Niederösterreich und am Bronski & Grünberg Theater, wo es mit der vielschichtigen, düsterwitzigen Inszenierung von Kleists Molière-Bearbeitung „Amphitryon“ für Begeisterung sorgte. Daran anknüpfend stellen sie nun ein paar Fragen an das Patriachat …

Termine

Vergangene Termine anzeigen
Mehr Termine anzeigen