ERNIEDRIGTE UND BELEIDIGTE

nach dem gleichnamigen Roman von Fjodor M. Dostojewski
Zunächst blitzt die Möglichkeit eines Glücks auf: Natascha liebt Aljoscha, Aljoscha liebt Natascha. Sie wollen heiraten, die Väter sind dagegen. Aljoschas Vater, Fürst Walkowski, will seinen Sohn mit der reichen Erbin Katja verheiraten, um an deren Millionen zu kommen. Katja will mit ihrem Geld Gutes tun, doch der Fürst hat Erfahrungen damit, junge Frauen auszunehmen. Wie die Mutter des Mädchens Nelly, dessen wohlbehütete Kindheit zerstört wurde, bevor es überhaupt geboren war. Und das immer weiter zerstört wird.

„Splittermenschen“ nennt Regisseur Sascha Hawemann diese Bewohner*innen des in ERNIEDRIGTE UND BELEIDIGTE entfalteten Kosmos, „angepasst und zusammengerissen, an und für sich, das ewige, gottgewollte, unabänderliche Ausbeuten. Menschbleiben letzter Auftrag der verpassten Revolution.“
Gier und Menschenverachtung als zentrale Krankheiten einer Gesellschaft ohne Utopien. Mittendrin Wanja, ein Autor, der überlebt, während er aufschreibt, was passiert: Wie der Machtmensch Fürst Walkowski die Puppen tanzen lässt. Wie der eigene Körper wieder und wieder zu Boden fällt, in schier endlosen Zuckungen des Nicht-Ertragen-Könnens.
Denn in ERNIEDRIGTE UND BELEIDIGTE schimmert auch immer wieder Dostojewskis eigene Geschichte durch. Die eines Schriftstellers, der nach acht Jahren in der sibirischen Verbannung endlich nach St. Petersburg zurückkehren darf.
Dostojewskis dritter Roman erscheint 1861, zunächst in Fortsetzungen, in der von ihm und seinem Bruder gegründeten Zeitschrift Wremja – der Autor getrieben von Geldnot und dem Wissen, die ersten Kapitel einer Geschichte veröffentlichen zu müssen, ohne das Ende zu kennen. Eine Geschichte gleich einem Fiebertraum, verfasst von einem Schriftsteller, der sich mit ihr ins Leben zurückschreibt. Eine Geschichte voll Seinsdruck, Liebesdruck, Habensdruck, die vom Gestern durchs Heute auf Morgen blickt, in der sich Grausamkeiten von Menschen gegen Menschen über Generationen wiederholen – in einer Stadt, die alles frisst.
Besetzung
Iwan Petrowitsch, genannt Wanja, Schriftsteller 
Nikolai Sergejitsch Ichmenew, verarmter Gutsbesitzer 
Natascha Nikolajewna, seine Tochter 
Fürst Pjotr Alexandrowitsch Walkowski, Smith, Nellys Großvater 
Aljoscha, sein Sohn 
Nelly, ein Waisenkind (eigentlich Tochter des Fürsten) 
Katja Fjodorowna, junge Gräfin 
Die Bubnowa, Kleinbürgerin 
Live-Gitarre und -Klavier 

Bühne 
Musik 
Lightdesign 
Sounddesign 
Dramaturgie 
Trailer
Pressestimmen
„Regisseur Sascha Hawemann und Dramaturgin Anne-Kathrin Schulz haben eine durchaus gelungene Fassung erarbeitet, in der Bühnenkonventionen lässig ausgehebelt werden. (…) [Sie] findet eine Balance zwischen nachvollziehbarer Handlung und Spielraum für performative Exkurse.“ (Petra Paterno, Wiener Zeitung)

„Die Ensembleleistung in dieser getriebenen Bühnenfassung ist enorm: Andreas Beck spielt als Fürst Pjotr Alexandrowitsch Walkowski bzw. als Großvater Smith groß auf. Samouil Stoyanov beweist u.a. sein komödiantisches Talent und Uwe Schmieder brilliert als personifizierter Fiebertraum. Und Lavinia Nowak ist eine verstoßene Nelly, die in ihrem Erstengagement spielt, als gäbe es kein Morgen. (…) Kräftiger Beifall für ein neues Volkstheater!“ (Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung)

„Unterschiedliche Genres mischend, gibt [Xell.s]Live Musikder Aufführung den Puls, die Stimmung vor. Sie konterkariert aber auch hinterhältig sanft das grelle Bühnengeschehen. Wie der Schnee, der so oft still herunterschwebt. Das Sanft und das Rasende – auch von dieser Spannung lebt die Aufführung.“ (Anne-Catherine Simon, Die Presse)

„Das Volkstheater-Ensemble zeigt sich erneut vielversprechend, allen voran Andreas Beck als formvollendeter Wüterich Fürst Walkowski und Lavinia Nowak als Nelly, trotzige Prosituierte und Prinzessin.“ (Petra Paterno, Wiener Zeitung)

„Leise rieselt der Schnee in Sascha Hawemanns Inszenierung über Dostojewskis Figuren, in der ein Krankenhausbett zentrales Requisit ist. Wie im Roman erzählt er die Liebeserfahrungen der letzten Tage des Dichters, einmal melancholisch, einmal wütend. (…) [Hawemann] gibt dem Ensemble Raum für eigene Töne, die sich ohne Headset in den Zuschauerraum verbreitet. “ (Thomas Gabler, Kronen Zeitung)

„Exzellentes Ensemble (….) Man hat bildgewaltige, fieberträumerische Szenen gesehen, ein fabelhaftes Ensemble, das mit Verve durch Hawemanns Matrix aus Begehrlichkeiten, Gewalt und Selbst-/Aufgabe turnt. (Michaela Mottinger, Mottingers Meinung)

Vergangene Termine anzeigen
 Premiere 
Mi
15.09.2021
19:30
2 Std.
30 Min.
EUR 15,–
bis EUR 58,–
Tickets
Do
16.09.2021
19:30
2 Std.
30 Min.
EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Fr
24.09.2021
19:30
2 Std.
30 Min.
EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Mi
13.10.2021
19:30
2 Std.
30 Min.
ABSAGE auf Grund einer Erkrankung im Ensemble
 
Abgesagt
Mi
20.10.2021
19:30
2 Std.
30 Min.
ABGESAGT
 
Abgesagt
Do
21.10.2021
19:30
2 Std.
30 Min.
EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Fr
12.11.2021
19:30
2 Std.
30 Min.
EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Fr
19.11.2021
19:30
2 Std.
30 Min.
EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Mehr Termine anzeigen