ACH, SISI - NEUNUNDNEUNZIG SZENEN

EINE STAATSAKTION, EIN NICHTS, EIN VOLKSTHEATER
Uraufführung
von Rainald Grebe und Ensemble
Was ist Sisi? Wo ist Sissi? Wer ist Sisi?

Sissi ist ein Heimatfilm. Sisi ist Romy Schneider, Sissis Gesicht ist das Gesicht von Romy Schneider, Sisi ist Habsburg und Habsburg ist Geschichte, aber die Hälfte der Österreicher*innen sind Royalist*innen. Sisi ist ein Porzellanservice, Sisi ist österreichisches Wahrzeichen wie Sachertorte und der Opernball. Sisi ist Sissi. Also das Original war ja ganz anders, die wahre Elisabeth hat mit Sissi nichts zu tun. Sisi hat sich als Lyrikerin überschätzt und ihrem Meister Heinrich Heine auf Korfu ein Denkmal gebaut. Waren Sie schon mal auf Korfu? Sisi war bescheiden wie Ludwig 2, Sisi war Österreich, war Ungarn, Sisi war, Sisi war war, nie war Sisi so aktuell wie heute blabla. Sisi war Influencerin, Sisi war Feministin, Sisis Taille war eine Wespe, Sisi war auf der Flucht. Und Sisi hat sich Koteletts aufs Gesicht gelegt. Für ihren Teint. Sisi hat ihr Ding gemacht, Sisis Ding war nicht Wien. Sisi war Antiroyalistin, und ermordet wurde sie von einem Anarchisten, Sisi war Anarchistin und wurde von einem Antiroyalisten ermordet, Sisi starb im selben Hotel wie Uwe Barschel – das ist für Piefkes eine Meldung wert! Sisi war Bayerin, also Südpiefkin. Sisi war ein Korsett, eine Totenmaske, Sisi war Modellathletin. Und sie ist ein Parfum, ein Kartenspiel, eine Praline, ein Fächer, ein Kühlschrankmagnet, eine Aufziehpuppe und eine Adelige – und der Adel gehört aufgehängt. Sisi ist ein Wahrzeichen, ein Mythos, ein Silbertablett.
Sisi lässt sich nicht auf die Bühne bringen, weil jede und jeder sie besser kennt. Sisi ist auserzählt, Sisi langweilt. Sisi is bissi fad. Ja, was denn nun!
Wir machen Sisi! In Wien! 2022 am Volkstheater!
Sisi: Das sind neunundneunzig Szenen, neunundneunzig Miniaturen, Gesten, Wimpernschläge, ein Vexierspiel über ein Phantom, neunundneunzig Funkenflüge, Ascheflocken, Schnappschüsse über Elisabeth, die Kaiserin von Österreich-Ungarn. Und Regie führt ein Piefke.
Rainald Grebe ist Comedian, ist Autor, Regisseur und Schauspieler, Komponist und Liedersänger. Und Obstbauer. Und natürlich Puppenspieler. Er liebt echten Indianerschmuck und er liebt falsche Bärte. Und er ist einer der „multitalentiertesten Kleinkünstler“, sagt der Spiegel. 2017 klagt er gegen Toilettengebühren auf Autobahnraststätten. Mit anderen Worten: Er kann alles. Sogar verlieren – die Notdurft an Autobahnen kostet immer noch Geld. Rainald Grebe möchte gern nicht immer auf das eine Lied reduziert werden – „Brandenburg!“ –, wie Romy Schneider auf ihre Rolle als „Sissi“.
Besetzung

Bühne 
Komposition und Musikalische Leitung 
Tanz-Workshop 
Pia Brocza
Video Art 
Lightdesign 
Julian Paget
Sounddesign 
Stefan Feheregyhazy
Dramaturgie 
Trailer
YouTube

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Pressestimmen
"'Ach Sisi' startet fulminant als etwas, das man als moderne Volkskomödie in unserer Zeit der schnellen Schnitte bezeichnen könnte. (…) Herrlich deppert ist etwa eine Trainingsstunde der Lipizzaner, die hier als Steckenpferde über die Bühne hopsen, mit Andreas Beck als Conférencier, der erklärt, dass manche Pferde noch nicht weiß sind, weil sie "erst im Alter verschimmeln". Schön programmatisch schon der Beginn, als Tilla Kratochwil von Elisabeths Ermordung (Zitat der Kaiserin: "Was ist denn eigentlich geschehen?") erzählen will und abrupt unterbrochen wird. Die Fakten interessieren bei Sisi nun einmal keinen.“ (Christina Böck, Wiener Zeitung)

„Verdienter Applaus für einen Abend, der keine Staatsaktion und kein Nichts ist und ein Volkstheater noch werden könnte.“ (Wolfgang Huber-Lang, APA)

„Der in vielerlei Hinsicht wunderbare Abend dürfte dem Kalkül entsprechen und dem Vorwurf an das Theater, es sei unter Voges nicht österreichisch genug, auf intelligente Art torpedieren.“ (Patric Blaser, Die Furche)

„Dem Wiener Volkstheater, das sich hier in der Zuschreibung des Stücks zugleich zum Theater für das Volk deklariert, ist ein wunderbarer Abend gelungen. Komisch, grotesk, schräg, laut, wirr, klug, politisch, dämlich. Im Publikum wechseln sich die längste Zeit tosendes Gelächter und einzelne Kicherer ab. Er dürfte, und das hat vor allem das großartige Ensemble verdient, ein Renner werden. (…) Er schickt die ungeheuer präzisen, gut gelaunten Schauspieler und Schauspielerinnen in einen Wirbelwind aus Lipizzaner-Training, Veilcheneis, Dauerwerbesendung, politische Aufklärung, Anarchismus, Hingabe, Haarfetischismus, Filmmuseum, psychiatrische Ferndiagnosen, Ungarisch-Unterricht und Franzl-Liebesschwüre. (...) Und musikalisch begleitet wird das Ganze mit Gedichten der echten Kaiserin, vertont von Jens-Karsten Stoll, die das Ensemble bravourös auf die Bühne bringt.“ (Cathrin Kahlweit, Süddeutsche Zeitung)

„Ja!! Ja ja ja ! Ein schöner, lustiger, charmanter Abend ist das geworden. (...) 99 hingetupfte Szenen über Sisi, ihr Leben, und vor allem darüber, was über sie geredet wird, viele davon sehr lustig, manche magisch surreal, manche auch fad, aber das geht auch in Ordnung, weil man das Ganze so gern mag. (...) All diese Schnipsel wirbeln durcheinander wie Flocken in einer Schneekugel, ganz ohne Absicht, eine Wahrheit herauszufinden. Verschiedene verschrobene Figuren und merkwürdige Denkweisen nähern sich vorsichtig aneinander an und tanzen wieder auseinander. Hier wird niemandem weh getan – und auf einmal kommt es mir merkwürdig vor, dass "Theater, das niemandem weh tut" meist als Beschimpfung gemeint ist. Hier ist es eine Qualität. Die Schneekugel könnte das kollektive Wiener Hirn sein, und wie das um Sisi herumwirbelt, dem wird hier auf menschenfreundliche und liebevolle Art nachgespürt.“ (Gabi Hift, Nachtkritik)

„[Das Wiener Volkstheater] dürfte, wenn die Premiere ein Indiz dafür sein kann, mit Rainald Grebes „Ach, Sisi“ nun auch ein Stück mit Potenzial zum Publikumsrenner im Repertoire haben. Ein volles Haus, das lange und heftig applaudiert (…): Der Kölner Comedian und Regisseur Grebe hat dieses Kunststück geschafft, mit einer rasanten und hoch komischen Revue, die der österreichischen Kaiserin und noch mehr den Binsenwahrheiten über sie angemessenen und herzlich respektlosen Tribut zollt. (…) Acht Schauspielerinnen und Schauspieler schlüpfen abwechselnd in die Rolle von Sisi und Angehörigen ihres Hofstaats, einmal mehr zeigt sich dabei, was für ein großartiges Ensemble Volkstheater-Direktor Kay Voges da zusammengeholt hat: Andreas Beck, Anna Rieser, Uwe Schmieder, Christoph Schüchner, Anke Zillich, Tilla Kratochwill und Balazs Varnai turnen mit Gusto und großartigem Timing durch den Rollenparcours. Ein Sisi-Film: nichts dagegen.“ (Ute Baumhackl, Kleine Zeitung)

„Beck glänzt als Musical-Kaiser in Gala-Uniform, der versucht, das Wesen der Wiener Bezirke und Straßenbahnlinien mit Zahlenmystik zu ergründen. Zillich brilliert in einer Szene, in der sie Titel aus der Monarchie sowie Utensilien bei Hofe mit derartiger Raffinesse aufzählt, dass man ihr minutenlang zuhören könnte. Sie ist eine Wucht als Erzherzogin Sophie. Beide Neuzugänge sind ein Gewinn für das Haus. Variantenreich agiert auch Anna Rieser, sowohl als Talkshow-Girlie als auch als singende Dichterin.“ (Norbert Mayer, Die Presse)

„Das Grundkonzept der Inszenierung ist simpel: Während auf einer großen Bühne eine kitschige "Sissi"-Tournee-Show abläuft, blickt das Volkstheater-Publikum auf deren Rückseite und nimmt backstage, wo ein vom vielen "Sissi"-Geflüster schon leicht derangierter Inspizient (Uwe Schmieder) vor einem bunt leuchtenden Pult seinen Dienst versieht, die kritische Perspektive ein. Und wird der unschönen Seiten im Leben Elisabeths gewahr, des Untergangs der Habsburger und der Eigenheiten der Residenzstadt Wien.“ (Margarete Affenzeller, Der Standard)

„Andreas Beck glänzt als gelangweilter Kommentator und grotesker Franz-Joseph-Darsteller, Tilla Kratochwil brilliert im Runterratschen von Sisi-Produkten, Susanna Peterka erzählt sympathisch aus ihrem Leben, Anna Rieser raucht im Sisi-Klischee-Outfit provokativ, Balás Várnei gibt subversiven Ungarisch-Unterricht (…).“ (Thomas Trenkler, Kurier)

"Regisseur Rainald Grebe und sein Ensemble versprechen zwar bereits im Titel dieses Abends kaum Einzuhaltendes, aber das erfüllen sie dann – so viel sei schon jetzt verraten – mit Bravour." (Martin Lhotzky, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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 Premiere 
Mi
12.01.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 58,–
Tickets
So
16.01.2022
18:00
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Fr
21.01.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Di
25.01.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Fr
11.02.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Mi
02.03.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Fr
25.03.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Fr
01.04.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Sa
09.04.2022
19:30
2 Std.
10 Min.
ABSAGE auf Grund von Erkrankungen im Ensemble

 
Abgesagt
So
17.04.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Sa
30.04.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Do
12.05.2022
19:30
2 Std.
10 Min.
ABSAGE auf Grund von Erkrankungen

 
Abgesagt
Mi
18.05.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
Fr
27.05.2022
19:30
2 Std.
10 Min.

EUR 15,–
bis EUR 52,–
Tickets
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