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Der Gesang der Fledermäuse

von Olga Tokarczuk
Inszenierte Lesung mit Steffi Krautz in szenischer Einrichtung von Anna Badora
Anna Badora verabschiedet sich mit großer polnischer Literatur vom Volkstheater.

Auf einem windgepeitschten Hochplateau in den niederschlesischen Bergen lebt Janina, ehemalige Brückenbauingenieurin, nunmehr Dorflehrerin für Englisch und Hüterin von im Winter verlassenen Häusern von Sommerfrischlern. Ihre große Passion ist die Astrologie, die sie, in einer Welt, wo „alles mit allem verbunden ist“, mit wissenschaftlichem Eifer betreibt – gleich einem „Projekt ohne EU-Gelder“. Ihre zweite Leidenschaft gilt den Tieren, allen Tieren, denen sie die gleichen Rechte wie den Menschen einräumt, und schaut so aus einem anderen Blickwinkel auf die Natur, von unten nach oben, so wie eine Fledermaus, die kopfüber in ihrem Schlafbaum hängt. Und auch für die so bizarren wie grausamen Mordfälle, die die Region erschüttern, hat Janina von ihr aus den Sternen und Planetenkonstellationen herausgelesene Erklärungen, die sie in ständige Konflikte mit der örtlichen Polizei bringen.

Der mit dem Genre des Krimis spielende zivilisationskritische Roman Der Gesang der Fledermäuse von Olga Tokarczuk erschien im Dezember 2011 in deutscher Sprache. Die polnische Autorin erhielt den Nobelpreis für Literatur des Jahres 2018. Tokarczuks von der Jury gewürdigte „narrative Vorstellungskraft, die, in Verbindung mit enzyklopädischer Leidenschaft, für das Überschreiten von Grenzen als eine neue Form von Leben steht“, hat Badora zu einer ungewöhnlichen Lesung inspiriert. Gemeinsam mit der Schauspielerin Steffi Krautz, einer langjährigen künstlerischen Weggefährtin, erkundet sie auf den Trümmern des zu sanierenden Volkstheaters eine neue Sichtweise.

Im Volkstheater-Stream zu sehen:Dienstag, 23. Juni um 20 Uhr
Mittwoch, 24. Juni um 20 Uhr
Samstag, 27. Juni um 20 Uhr

 
  • Kamera und Schnitt Mauritius Luczynski
  • Beleuchtung und Schnitt Paul Grilj
  • Ton Michael Sturm
  • Musik Helmut Stippich
  • Kostüme Tina Prichenfried
  • Aufnahmeleitung Albert Held und Sigmar Kusdas
  • Regieassistenz Lisa Anetsmann
  • Setfotografie Sebastian Hartl